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Christus, der ist mein Leben, BWV95

composer
1723

 
I first heard BWV95 Christus, der ist mein Leben in the late 60s in a Karl Richter performance. I had been struck then and since by the fascinating and utterly original combination of ‘corno’ (which some scholars think to mean ‘cornetto’) and oboes. In the second part of the opening chorus Bach locks them together in a combative tussle to introduce Luther’s paraphrase of the Nunc Dimittis. Jazz trumpets, I’d thought then, and there is indeed something of a jam session feel to this passage, but in fact we have no idea precisely what instrument Bach intended here. When performed on the archaic cornetto it involves the player in elaborate and treacherous crossfingerings, which inhibits the projection of sound.

You cannot avoid being struck in this cantata by Bach’s most unusual use of four successive funeral hymns as the supporting pillars of his structure, giving encouragement to the (tenor) believer as he contemplates his death. The rather muscular Christianity of the syncopated opening exchanges between paired oboes and violins, pulsating with vitality, paves the way for the first triple-rhythm chorale which dissolves at the word ‘Sterben’ (to die), a voice-by-voice entry building up a diminished seventh chord, coming to a rest, before re-exploding with ‘… ist mein Gewinn’ (is my reward). This culminates with the line ‘mit Freud fahr ich dahin’ as the connecting link to the next chorale, Luther’s paraphrase of the Nunc Dimittis. Linking the two chorale statements is a triple metre arioso for tenor, ‘Mit Freuden, ja, mit Herzenslust will ich von hinnen scheiden’. This breaks up into segments of free rhythm—and here Bach is highly experimental in the way he holds them in check by interjecting fragments of the opening syncopated motif: you gain the impression of a succession of 7/4 bars. At its climax the tenor sings unaccompanied ‘Mein Sterbelied ist schon gemacht …’—silence—‘… ach dürft ich’s’ (sung with astonishing pathos by Mark Padmore), ‘ach dürft ich’s heute singen!’. With no break whatsoever the dialogue between ‘corno’ and oboes mentioned above now introduces the second chorale, Luther’s ebullient ‘Mit Fried und Freud’. At its conclusion the soprano soloist rushes in with the exclamation, ‘Nun, falsche Welt! nun hab ich weiter nichts mit dir zu tun’ which leads, also without a break, into a captivating arched melody, ‘Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt’, and then, via a secco recitative for tenor, to the only true aria in this cantata, the mesmerising ‘Ach, schlage doch bald’ with its pizzicato ‘Leichenglocken’.

from notes by Sir John Eliot Gardiner © 2004

J’ai entendu pour la première fois la Cantate Christus, der ist mein Leben («Christ qui est ma vie»), BWV95, à la fin des années soixante sous la direction de Karl Richter. Je n’ai dès lors cessé d’être frappé par l’association fascinante et formidablement originale du corno (dans lequel certains érudits voient un cornetto) et des hautbois. Dans la deuxième partie du chœur d’introduction, Bach les réunit dans un corps à corps combatif chargé d’introduire la paraphrase luthérienne du Nunc dimittis. Des trompettes de jazz, pensais-je à l’époque, et l’on ressent de fait dans ce passage comme une atmosphère de jam session—nous n’avons cependant aucune idée précise de l’instrument auquel Bach pensait ici. Quand on recourt à l’archaïque cornetto, cela s’accompagne pour l’instrumentiste de doigtés croisés élaborés et périlleux entravant la projection du son.

On ne peut qu’être frappé, dans cette cantate, par le recours très inhabituel chez Bach à quatre hymnes funèbres consécutives, piliers soutenant l’entière structure et source d’encouragement pour le croyant (ténor) au moment de contempler sa mort. La chrétienté plutôt vigoureuse des échanges syncopés d’introduction entre une paire de hautbois et les violons, vibrant d’énergie, prépare la voie au premier choral sur mètre ternaire, lequel se délite sur le mot «sterben» («mourir»); une entrée par voix successives déploie alors un accord de septième diminuée, suivi d’un temps de repos, avant que la musique ne réexplose sur «… ist mein Gewinn» («… est ma récompense»). Le point culminant de cette section intervient sur le vers «mit Freud fahr ich dahin» («avec joie je me mets en chemin»), lequel assure le lien avec le choral suivant, paraphrase de Luther du Nunc dimittis. Un arioso de ténor sur mètre ternaire—«Mit Freuden, ja, mit Herzenslust will ich von hinnen scheiden» («Avec joie, oui, de tout mon cœur je veux quitter [ce monde]») relie ces deux élaborations de chorals. Intervient alors un partage en deux segments au rythme libre—Bach se montre particulièrement expérimental dans sa manière de les tenir tous deux en échec en faisant intervenir des fragments du motif syncopé d’introduction: on a ainsi l’impression d’une succession de mesures à 7/4. Au paroxysme, le ténor chante, non accompagné, «Mein Sterbelied ist schon gemacht …» («Mon chant de mort est déjà prêt …»)—silence—«… ach dürft’ ich’s» (déclamé avec une étonnante emphase par Mark Padmore), «ach dürft’ ich’s heute singen!» («… ah, que ne puis-je le chanter aujourd’hui!»). Sans la moindre rupture, le dialogue entre corno et hautbois évoqué plus haut introduit maintenant le deuxième choral, l’effervescent «Mit Fried und Freud» («Dans la paix et la joie») de Luther. Lors de la péroraison, le soprano solo intervient soudainement et lance «Nun, falsche Welt! nun hab’ ich weiter nichts mit dir zu tun» («Maintenant, monde perfide!, je n’ai plus rien à faire avec toi»), exclamation conduisant, toujours sans rupture, à la mélodie merveilleusement déployée «Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt» («Je veux te dire adieu, monde mauvais et perfide»), puis, via un récitatif secco pour ténor, au seul véritable air de la cantate, l’hypnotique «Ach, schlage doch bald» («Ah, puisses-tu bientôt sonner»), avec son pizzicato de «Leichenglocken».

extrait des notes rédigées par Sir John Eliot Gardiner © 2004
Français: Michel Roubinet

Ich habe mich so gefreut, endlich BWV95 Christus, der ist mein Leben aufführen zu können, eine Kantate, die ich zum ersten Mal Ende der sechziger Jahre in einer Aufführung mit Karl Richter gehört hatte. Ich war damals erstaunt und staune immer noch über die ausgesprochen originelle Kombination des „Corno“ (das einigen Musikwissenschaftlern zufolge „Cornetto“ bedeuten könnte) mit Oboen. Im zweiten Teil des Anfangschors verbindet Bach diese Instrumente in einem kampflustigen Gerangel, das Luthers Paraphrase des Nunc dimittis einleitet. Jazztrompeten, hatte ich damals gedacht, und diese Passage hat tatsächlich Ähnlichkeiten mit einer Jamsession, aber in Wahrheit haben wir keine genaue Vorstellung davon, welches Instrument Bach hier gemeint hat. Wenn auf dem altertümlichen Cornetto oder Zink gespielt wird, müsste sich der Spieler, um den gewünschten Klang zu erzielen, mit zahlreichen verzwickten Doppelgriffen auseinandersetzen. Mike Harrison war jedoch mutig genug, als alternative, wenn auch anachronistische Lösung seine deutsche Ventiltrompete in C vorzuschlagen. Es klang phantastisch. Letzten Endes ist es nicht die Form, Bauart oder Entstehungszeit des Instrumentes, die es überzeugend klingen lässt, sondern die Fertigkeit und Vorstellungskraft des Spielers, und Mike ist es gelungen, seiner Trompete einen täuschenden echten zinkenartigen Klang zu geben. Ein Schaudern durchlief in der Aufführung in Santiago sein Zwiegespräch mit den Oboen, das den letzten Kampf zwischen den Kräften des Lebens und des Todes spüren ließ, bis die Seele endlich zu ihrem ersehnten Ziel gelangte. Es erinnerte mich an den Höhepunkt von John Bunyan’s Pilgrim’s Progress, als der Christ „verschied und auf der anderen Seite für ihn die Trompeten erklangen“.

Man muss einfach beeindruckt sein von dieser Kantate, in der Bach auf sehr ungewöhnliche Weise vier Trauerchoräle als formstützende Pfeiler aneinanderfügt und den Gläubigen (Tenor), während dieser über seinen Tod sinniert, Mut fassen lässt. Die recht fest im christlichen Glauben verwurzelten synkopierten Dialoge zwischen paarigen Oboen und Violinen, die das Werk einleiten, strotzen vor Vitalität und ebnen den Weg zu dem ersten Choral im Dreiertakt, der bei dem Wort „sterben“ verlischt, die nacheinander einsetzenden Stimmen einen verminderten Septakkord aufbauen lässt, zur Ruhe kommt und sich schließlich bei den Worten „… ist mein Gewinn“ noch einmal voller Kraft entlädt. Den Höhepunkt bildet die Zeile „mit Freud fahr ich dahin“ als Bindeglied zum nächsten Choral, Luthers Paraphrase des Nunc dimittis. Die Aussagen der beiden Choräle sind durch ein Arioso für Tenor im Dreiertakt verbunden, „Mit Freuden, ja, mit Herzenslust will ich von hinnen scheiden“. Diese löst sich in Abschnitte mit freiem Rhythmus auf—und hier ist Bach ausgesprochen experimentierfreudig, indem er sie mit Einfügungen aus dem synkopierten Anfangsmotiv in Schach hält. Wir gewinnen den Eindruck, es handle sich um eine Abfolge von 7/4-Takten. Auf dem Höhepunkt singt der Tenor unbegleitet „Mein Sterbelied ist schon gemacht …“—Stille—„… ach, dürft ich’s (von Mark Padmore mit erstaunlichem Pathos vorgetragen), ach, dürft ich’s heute singen!“. Bruchlos leitet der zwischen „Corno“ und Oboen erwähnte Dialog den zweiten Choral ein, Luthers überschäumendes „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“. Daraufhin lässt sich der Solosopran mit dem Ruf vernehmen: „Nun, falsche Welt! Nun hab ich weiter nichts mit dir zu tun“, der seinerseits bruchlos in eine bezaubernde bogenförmig geführte Melodie überleitet: „Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt“, und dann, auf dem Weg über ein Seccorezitativ, zu der einzigen wirklichen Arie in dieser Kantate führt, „Ach, schlage doch bald“, deren „Leichenglocken“-Pizzicati faszinierend sind.

aus dem Begleittext von Sir John Eliot Gardiner © 2004
Deutsch: Gudrun Meier

Recordings

Bach: Cantatas Nos 8, 27, 51, 95, 99, 100, 138 & 161
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Bach: Eternal fire
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Details

No 1. Coro (Choral) e Recitativo: Christus, der ist mein Leben
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Track 19 on SDG104 CD2 [4'53] Download only
Track 13 on SDG177 [4'53] Download only
No 2. Recitativo: Nun, falsche Welt!
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Track 20 on SDG104 CD2 [0'51] Download only
No 3. Choral: Valet will ich dir geben
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Track 21 on SDG104 CD2 [1'52] Download only
No 4. Recitativo: Ach, könnte mir doch bald so wohl geschehn
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Track 22 on SDG104 CD2 [0'37] Download only
No 5. Aria: Ach, schlage doch bald, sel'ge Stunde
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Track 23 on SDG104 CD2 [7'21] Download only
No 6. Recitativo: Denn ich weiß dies
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Track 24 on SDG104 CD2 [1'23] Download only
No 7. Choral: Weil du vom Tod erstanden bist
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Track 25 on SDG104 CD2 [1'08] Download only

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