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Wie schön leuchtet der Morgenstern, BWV1

composer
first performed 25 March 1725

 
The Annunciation cantata BWV1 Wie schön leuchtet des Morgenstern was first performed in Leipzig in 1725, a year in which the Feast of the Annunciation and Palm Sunday coincided. It does not need much imagination to gauge the importance of this dual celebration, coming as it did towards the end of the fasting period of Lent during which no music would have been heard in church. Bach’s second Jahrgang closed with this jubilant spring-time cantata (and might have been followed the next Friday by the first performance of the St Matthew Passion if only it had been completed on time). It was also the first cantata to be published in volume I (out of 45) of the Bach-Gesellschaft edition in 1850. One wonders what subscriber-composers like Schumann and Brahms must have made of the inventive and masterly way Bach wove his contrapuntal textures around one of the most stirring and best-known Lutheran hymns. The scoring is opulent, regal and ‘eastern’, redolent of the Epiphany cantata BWV65 Sie werden aus Saba alle kommenwhich, both in instrumentation—horns, oboes da caccia and strings (but no recorders this time)—and in metre—a dignified 12/8 ceremonial in F major for the opening chorale fantasia. It begins as an intimate Annunciation tableau, a gentle solo for the second violin answered by the whole band, then echoed in the dominant by both violins and thereafter by pairs of horns, oboes and violins, leading to a most unceremonious ‘knees-up’: a one-and-a-half bar dance, then a rhapsodic display for the whole band over a pulsating series of octave F’s in the bass line before the grand choral proclamation of Nicolai’s tune is given out in long notes by the sopranos and (sometimes) the first horn.

As with BWV182, the crowd’s greeting is stirring and jubilant, especially at the movement’s climax, ‘highly and most splendidly sublime’, only here the accent is on majesty and opulence, as in the threefold repetition of ‘reich von Gaben’ (‘rich in gifts’).

The festive mood of this cantata persists, buoyant with dance rhythms: dignified ceremonial ones in this opening fantasia, flame-flickering ones in the first aria (for soprano with oboe da caccia), jubilant triple-time ones in the richly ornamented second aria (for tenor and, appropriately, ‘the sound of strings’), and finally in a rousing four-part harmonisation of another of Nicolai’s verses, this time with an outrageous descant for the second horn.

from notes by Sir John Eliot Gardiner © 2006

Der Höhepunkt dieses Konzerts war die Kantate zu Mariä Verkündigung BWV1 Wie schön leuchtet des Morgenstern, die 1725 in Leipzig uraufgeführt wurde, in einem Jahr, als Verkündigung und Palmsonntag auf einen Tag fielen. Es ist nicht viel Phantasie nötig, um die Bedeutung dieser doppelten Feier zu ermessen, die mit dem Ende der Fastenzeit kam, als in der Kirche wohl keine Musik zu hören war. Bachs zweiter Jahrgang schloss mit dieser jubelnden Frühlingskantate (auf die am folgenden Freitag die Uraufführung der Matthäus-Passion gefolgt wäre, hätte er sie rechtzeitig vollendet). Sie war auch die erste Kantate, die von der Bach-Gesellschaft im ersten Band (von 45) der Ausgabe von 1850 veröffentlicht wurde. Man fragt sich, wie Subskribenten-Komponisten wie Schumann und Brahms mit Bachs einfallsreicher und meisterhafter Manier umgegangen sein mögen, einen der bewegendsten und bekanntesten Choräle Luthers mit seinen kontrapunktischen Texturen zu umweben. Die Partitur ist üppig, majestätisch und „östlich“, sie erinnert an die Epiphanias-Kantate BWV65 Sie werden aus Saba alle kommen, die wir ein paar Monate zuvor in Leipzig aufgeführt hatten, und das gilt für die Instrumentierung—Hörner, Oboen da caccia und Streicher (aber diesmal keine Blockflöten)—in gleicher Weise wie für das Metrum—ein würdiges Zeremoniell in F-Dur im 12/8-Takt in der einleitenden Choralfantasie. Das Werk beginnt mit einem intimen Tableau, das die Verkündigung darstellt: Ein sanftes Solo für die zweite Violine wird von der ganzen Gruppe beantwortet, von den beiden Violinen und schließlich paarigen Hörnern, Oboen und Violinen in der Dominante echohaft wiederholt und führt zu einem recht unzeremoniellen „Schwof“—einen Tanz von anderthalb Takten sowie eine rhapsodische Darbietung für die ganze Kapelle über einer pulsierenden Folge von Fs der im Oktavabstand geführten Basslinie, bevor Nicolais Melodie in einem eindrucksvollen Chorsatz von den Sopranstimmen und (manchmal) dem ersten Horn in langen Noten präsentiert wird.

Wie in BWV182 ist die Begrüßung durch die Menge mitreißend und voller Jubel, vor allem auf dem Höhepunkt des Satzes, „hoch und sehr prächtig erhaben“, wo sich der Akzent auf die Majestät und Pracht verlagert, so bei der dreimaligen Wiederholung der Worte „reich von Gaben“. Ich hatte den Eindruck, das Publikum war mit Nicolais Liedmelodie vertraut genug, um diesen „unsichtbaren Kreis menschlicher Mühen“ erstehen zu lassen, wie Yo Yo Ma es ausdrückte, wenn ausführende Musiker und Zuhörer auf gleiche Weise in eine gemeinsame oder gemeinschaftliche Handlung eingebunden sind. Es war ein Gefühl, das ich vierundzwanzig Stunden später bei einem Rockkonzert in der Royal Albert Hall noch einmal hatte, wo Sting ein paar Takte aus bekannten Songs mit seinem Publikum, das ihn anbetete, in einer Art Litanei austauschte. Es sind Augenblicke wie diese, wenn ein besonders starkes Band zwischen Musikern und ihren Hörern vorhanden ist, dass man eine kleine Vorstellung davon bekommt, wie diese Kantaten bei ihrer Uraufführung in Leipzig aufgenommen worden sein mögen—oder wenigstens wie Bach wollte, dass sie aufgenommen würden.

Die festliche Stimmung dieser Kantate bleibt in ihren heiteren Tanzrhythmen erhalten: mit würdevoller Zeremonie in dieser Eingangsfantasie, mit Flammen züngelnd in der ersten Arie (für Sopran mit Oboe da caccia), jubilierend im Dreiertakt in der reich verzierten zweiten Arie (für Tenor und, wie es sich gehört, den „Ton der Saiten“) und schließlich in einer mitreißenden vierstimmigen Harmonisierung eines weiteren Textes von Philipp Nicolai, diesmal mit einer unerhörten Melodie für das zweite Horn. Musik, die in den Ohren klingt und zu Tränen rührt, zumal Strahlen der Frühlingssonne auf das Stichwort „Morgenstern“ durch die klaren Glasfenster der Kirche blitzten.

aus dem Begleittext von Sir John Eliot Gardiner © 2006
Deutsch: Gudrun Meier

Recordings

Essential Bach
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Details

No 1. Coro: Wie schön leuchtet der Morgenstern
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Track 8 on KING5 [8'39] Super-budget price sampler — Deleted
No 6. Choral: Wie bin ich doch so herzlich froh
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Track 9 on KING5 [1'09] Super-budget price sampler — Deleted

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