Des Antonius von Padua Fischpredigt

First line:
Antonius zur Predigt
composer
8 July 1893; subsequently published as No 6 of Des Knaben Wunderhorn (also called Humoresken); remodelled as the scherzo of Symphony No 2
author of text
Des Knaben Wunderhorn

 
Des Antonius von Padua Fischpredigt, which Mahler later developed into the scherzo of his Symphony No 2, is the musical equivalent of a scene from some medieval German altarpiece. In this tale St Anthony, fed up at the indifference of his congregation, goes down to the river to preach to the fishes, the joke (and the moral) being that however much they all enjoy the sermon they are no more reformed by it than their human equivalents. Mahler’s setting has a wonderfully straight-faced sense of humour, its 3/8 ostinato teeming with fish that dart and dive through the depths of the keyboard in gleaming parallel thirds. When the fishes’ delight is expressed (‘Kein Predigt niemalen …’) the underlying Ländler becomes an outright dance, strutting its stuff with an almost Bergian polytonality, while a smoother and nobler F major section at ‘Gut Aale und Hausen’ perfectly conveys the distinctions of rank. At the end however all is disillusion; the final verse is underpinned by a C minor pedal point and the scene dissolves in a descending chromatic passage that is remarkably similar to the end of Das ist ein Flöten und Geigen from Schumann’s Dichterliebe.

from notes by Roger Vignoles © 2008

Des Antonius von Padua Fischpredigt, die Mahler später in das Scherzo seiner Symphonie Nr. 2 verarbeitete, ist das musikalische Gegenstück zu einer Szene auf einem deutschen Altarbild des Mittelalters. In dieser Erzählung geht der Heilige Antonius zum Fluss, um den Fischen zu predigen, da er von der Gleichgültigkeit seiner Gemeinde verdrossen ist. Der Witz (und die Moral) ist, dass sie, egal wie sehr ihnen die Predigt auch gefällt, von ihr genauso wenig reformiert werden wie ihre menschlichen Gegenstücke. Mahlers Vertonung besitzt einen wunderbaren Humor, der keine Miene verzieht: sein 3/8-Ostinato wimmelt von Fischen, die in schillernden Terzen durch die Tiefen des Klaviers tauchen und flitzen. Wenn das Gefallen der Fische ausgedrückt wird („Kein Predigt niemalen“) wird der zugrunde liegende Ländler zu einem echten Tanz, der mit nahezu Bergscher Polytonalität stolziert, während ein glatterer und noblerer F-Dur-Abschnitt bei „Gut Aale und Hausen“ perfekt Unterschiede im Status ausdrückt. Am Ende werden jedoch alle Illusionen zerstört; die letzte Strophe wird von einem c-Moll-Orgelpunkt untermauert, und die Szene löst sich in einer absteigenden chromatischen Passage auf, die dem Ende von Das ist ein Flöten und Geigen aus Schumanns Dichterliebe erstaunlich ähnlich ist.

aus dem Begleittext von Roger Vignoles © 2008
Deutsch: Renate Wendel

Recordings

Mahler: Des Knaben Wunderhorn
CDA67645

Details

Track 8 on CDA67645 [4'28]

Track-specific metadata

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